...
Ich hab mich sogar mal gefragt ob du tot bist,
wieso traf es bloß mich?
Ich war im Kindergarten,
aber bist du mal gekommen um mich abzuholen?
Nein, du hast dein Kind verraten.
Du hast an mich gedacht,
Warum kann dir nicht glauben?
Falls du es schaffst, dann schau mir in die Augen.
Du hast mich im Stich gelassen.
Ich kuck die Bilder an und fang an dein Gesicht zu hassen.
Reich mir nicht deine Hand,
ich will sie nie wieder nehmen.
Ich will dich nie wieder sehen,
bitte komm jetzt nicht an.
Und sag ich muss dich verstehen,
es ist schluss mit den Tränen.
Reich mir nicht deine Hand,
du hast mich so sehr enttäuscht.
Du hast diesen Sohn doch gezeugt.
Bitte komm jetzt nicht an.
Du brauchst mir nichts zu erzählen,
Mama sagte du wolltest gehen.
Dann kam meine Einschulung.
Mein erster Schultag allein
und der erste Tag im Fußballverein.
Aber dich hat es nicht interessiert,
Ich weiß bis heute nicht den Grund,
Vater du verleugnest deinen Jungen.
Ich möchte dir nichts beibringen,
Und ich nenne dich nicht Feigling aber,
wegen dir war ich ein Heimkind.
Sogar die Kerzen auf der Torte brannten ohne dich,
du bist ein Lügner, wenn du sagst dass du dein Sohn vermisst.
Ich war gerade fünf,
und schon alleine auf dem Spielplatz.
Wo war dieser Vater der mich lieb hat?
Wie kann man sein Kind so verachten.
Egal du bist mein Vater,
aber bestimmt nicht erwachsen
...
Ich sag es dir nicht gern,
Aber du hast mir gefehlt.
Du hast von meiner Jugend nichts erlebt.
…
Ich halte nicht viel von deutschem Hip Hop – aber das ist ein Lied, dass ich immer und immer wieder höre, weil es mich jedes mal fast zum weinen bringt. Dieses Lied passt an manchen Stellen richtig auf mein Leben – abgesehen, davon dass ich kein Junge bin und auch kein Heimkind .. aber so ziemlich der gleiche Mist, den Bushido in seinem Lied beschreibt, ist auch bei mir im Leben so. Mein Vater interessiert sich nicht für mich, er sagt nach 16 (!) Jahren, dass er mich immer vermisst hätte, er mich lieben würde und mich kennen lernen will. Alleine der Wunsch, seine Tochter kennenlernen zu wollen ist ist ziemlich erbärmlich, muss ich sagen. Wer seine eigenen Kinder erst im Stich lässt und dann auf einmal „Interesse“ zeigt ist für mich nichts wert. Vor allem wenn es 16 Jahre sind. Ich habe davon nichts mitbekommen – ich war noch nicht mal auf der Welt, als mein Erzeuger meine Mutter verlassen hat – aber mein Bruder, hat ganz sicher noch irgendwo Erinnerungen daran, da bin ich mir ganz sicher. Auch wenn er erst zwei war. Was ich darüber denke habe ich schon einmal in einem Gedicht verfasst – ich verlinke es euch mal hier.
Es ist mir egal, was ihr von mir denkt, wenn ich das jetzt schreibe: Alle Väter, die ihre Kinder alleine lassen, gehören sterilisiert. Niemand darf ein Kind in die Welt setzen und dann einfach verschwinden, ohne sich der Verantwortung zu stellen. Es ist einfach widerlich. Vor allem, wenn man danach noch weitere Kinder in die Welt setzt und sich dann genauso wie davor aus dem Staub macht.
Ich bin froh, dass ich meine Mum und meinen Bruder habe. Ich liebe meine Mutter und meinen Bruder, wie nichts anderes auf der Welt – auch wenn mir die manchen manchmal ein wenig auf den Keks gehen :) .. Wir sind unsere eigene Familie, wir brauchen niemanden anderen. Auch wenn es mit einem richtigen, anständigen Vater vielleicht schön wäre .. aber manchmal kann man eben nicht alles haben was man will.
Aber eins weiß ich ganz sicher. Nie in meinem Leben, will ich meinem Erzeuger gegenüber stehen, ihm ins Gesicht gucken müssen. Denn der Mensch, den ich dann sehe, ist der Mann, der meine Mutter und meinem Bruder das Herz gebrochen hat. Und dafür hasse ich ihn mehr als alles andere.