Sonntag, 16. Oktober 2011

Review: Die Rebellion der Maddie Freeman


Die Rebellion der Maddie Freeman von Katie Kacvinsky

Boje Verlag

1. Auflage 2011 – gebundene Ausgabe

Seitenanzahl: 366

aus dem amerikanischen Englisch von Ulrike Nolte

Preis: 15,99 € [D]; 16,50 [A]



Inhalt:

Maddie Freeman ist 17 Jahre alt und steht unter der harten Hand ihres Vaters. Sie lebt in einer digitalen Welt, ihr Leben findet im Netz statt. Schule und Verabredungen gibt es nur online. Diese Digitale Welt ist nach vielen Gewalttaten, Naturkatastrophen und Gedankenmanipulationen entstanden, um die Menschen in „Sicherheit“ zu wiegen. Sie lernt Justin kennen, einen jungen Mann für den nur das Leben offline zählt, und verliebt sich in ihn. Er kämpft gemeinsam mit seinen Freunden gegen die Welt der sozialen Netzwerke und dieser Kampf richtet sich gegen die höchsten Mächte der Digital School: Maddies Vater, der dieses System gesetzlich verankert hat. Für die Anti DS Bewegung wird Maddie zur Schlüsselfigur und sie muss sich zwischen ihrem Vater und ihrer Liebe entscheiden.

Meine Meinung:

Das Buch ist eine gelungene Art darauf aufmerksam zu machen, wie sehr die Menschen bereits von Smartphone und Co. abhängig sind. Es spielt im Jahre 2060, also in der Zukunft. Viele einfache Dinge, die für uns alltäglich und normal sind, gibt es in dieser Zeit nicht mehr. Das ist eine Tatsache die ich für gar nicht mal so abwägig halte, da der Mensch quasi darauf hin arbeitet. Die Erzählung von Katie Kacvinsky beschreibt eine Art Leben, die uns in Zukunkft erwarten könnte, wenn wir weiterhin so mit unseren Mitmenschen und der Natur umgehen. Inhaltlich finde ich dieses Buch deshalb sehr ansprechend, vor allem aber regt es zum Nachdenken an

Da Maddie in der Digitalen Welt groß geworden ist und die einfachsten Dinge, die für uns alltäglich sind nicht kennt, ist es irgendwie interessant zu lesen, wie sie das alles langsam kennenlernt. Hin und wieder sitzt man mit einem Schmunzeln im Gesicht da und denkt sich: wie kann man das nur nicht wissen? Doch wenn man mal ehrlich ist: wenn Leute in meinem Alter (17) mal Kinder und Enkelkinder haben, welches Kind davon weiß dann noch wie man zum Beispiel eine VHS Kassette verwendet?

Der Aufbau des Buches ähnelt sehr einer Liebestragödie, dennoch würde ich nicht sagen, dass es etwas ist was ich schon mal gelesen habe. Kacvinsky hat es sehr gut hinbekommen eine etwas andere Liebesgeschichte zu erzählen, die nicht zu voll ist von Schnulzen und Sehnsüchten.

Vom Schreibstil und der Art zu erklären finde ich das Buch wunderbar geschrieben, es lässt sich einfach lesen und nimmt einen gefangen. Das Einzige, was mich beim Lesen sehr gestört hat, waren Schreib- und Formatierungsfehler. Mal fehlte ein Punkt am Satzende, dann wurde aus einem „war“ ein „warf“, weil sie ausversehen ein „f“ mit reingetippt haben oder es wurde einfach mitten im Satz ein Absatz reingehauen. Mag daran liegen, dass es eine Erstausgabe ist, aber für 16 € dürfte man schon verlangen, dass das alles soweit stimmt.

Fazit:

Ich finde dieses Buch durchaus lesenswert und empfehle es an alle weiter, die gerne Romane lesen, die sich mit aktuellen Themen beschäftigen (in diesem Fall wäre es zum Beispiel die „Internetsucht“ von mehr als einer halben Millionen Deutschen) und gleichzeitig eine Mischung aus Drama und Liebesroman beinhalten, die einen in dem Geschehen gefangen nehmen. Allerdings würde ich eher sagen, dass es ein „Frauenbuch“ ist.

Wenn man wie ich diese ganzen Schreib- und Formatierungsfehler beim Lesen nicht mag, sollte man vielleicht noch ein bisschen warten, ob noch eine 2. Auflage erscheint oder ob man einfach über diese kleinen Mängel hinweg sehen will.